Ladekosten berechnen: Was kostet 100 km im E-Auto wirklich?
Haushaltsstrom, Wallbox, AC-Säule oder HPC-Lader — die Preisunterschiede sind größer als viele denken. Wir rechnen alle Szenarien mit aktuellen Preisen durch.
Die Grundformel
Die Rechnung ist im Kern simpel: Verbrauch je 100 km × Strompreis je kWh. Ein Mittelklasse-Stromer verbraucht real etwa 18 bis 22 kWh auf 100 Kilometer — im Winter eher mehr, im Sommer weniger.
Bei einem Haushaltsstrompreis von 0,42 €/kWh und 19 kWh Verbrauch ergeben sich damit rund 7,98 € pro 100 km. Zum Vergleich: ein Benziner mit 7 l/100 km liegt bei etwa 12,60 € — bei 1,80 € je Liter.
- Verbrauch laut Bordcomputer ist meist ehrlicher als der WLTP-Wert.
- Ladeverluste von 5 bis 15 % kommen beim Laden noch obendrauf.
- Im Winter steigt der Verbrauch um 20 bis 30 % — die Heizung zieht direkt aus der Batterie.
Laden zu Hause: die günstigste Variante
Wer eine eigene Wallbox hat, lädt fast immer am günstigsten. Mit einem speziellen Autostromtarif sind je nach Anbieter 0,26 bis 0,32 €/kWh möglich; mit eigener Photovoltaik-Anlage sinken die kalkulatorischen Kosten auf 8 bis 12 Cent.
Der Haken: die Wallbox selbst kostet inklusive Installation zwischen 1.200 und 2.500 €. Diese Investition amortisiert sich bei durchschnittlicher Fahrleistung nach etwa drei bis fünf Jahren.
Öffentlich laden: die Spanne ist enorm
An der öffentlichen AC-Säule zahlen Sie typischerweise 0,45 bis 0,59 €/kWh. Am HPC-Schnelllader werden 0,65 bis 0,89 €/kWh fällig — Ad-hoc-Laden ohne Vertrag liegt regelmäßig am oberen Ende.
Hinzu kommen bei manchen Anbietern Blockiergebühren, die nach einer bestimmten Standzeit pro Minute berechnet werden. Wer über Nacht an einem Schnelllader stehen bleibt, zahlt schnell mehr für das Stehen als für den Strom.
Der direkte Vergleich auf 100 km
Bei 19 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer ergibt sich folgendes Bild: PV-Eigenstrom rund 2,00 €, Autostromtarif zu Hause etwa 5,50 €, öffentliche AC-Säule circa 9,70 € und HPC-Schnellladen rund 14,60 €.
Die Spanne zwischen der günstigsten und der teuersten Variante ist damit größer als der Faktor sieben. Wer überwiegend zu Hause lädt und Schnellladen auf die Langstrecke beschränkt, fährt deutlich günstiger als jeder Verbrenner.