Die Ladekurve verstehen: Warum 350 kW nie 350 kW bedeuten
Die maximale Ladeleistung liegt nur für wenige Minuten an. Wer die Ladekurve seines Fahrzeugs kennt, spart auf der Langstrecke echte Zeit.
Was die Ladekurve beschreibt
Die Ladekurve zeigt, wie viel Leistung die Batterie bei welchem Ladestand tatsächlich aufnimmt. Die Spitzenleistung wird meist nur zwischen etwa 10 und 30 % Ladestand erreicht — darüber fällt sie kontinuierlich ab, um die Zellen zu schützen.
Ein Fahrzeug mit 250 kW Spitzenleistung lädt bei 70 % Ladestand vielleicht noch mit 80 kW, bei 90 % nur noch mit 30 kW. Die letzten 10 % dauern damit oft länger als die ersten 50.
Die 20-80-Strategie auf der Langstrecke
Auf langen Fahrten sind zwei kurze Ladestopps von 20 auf 80 % fast immer schneller als ein langer Stopp auf 100 %. Der Zeitgewinn liegt bei 300 bis 400 Kilometern häufig bei 15 bis 25 Minuten.
Als Nebeneffekt schont dieses Ladefenster die Batterie: Dauerhaft hohe Ladestände beschleunigen die kalendarische Alterung der Zellen. Auf 100 % laden lohnt sich nur unmittelbar vor einer langen Etappe.